Konzerte

KONZERTE UND MUSIKALISCHE VERANSTALTUNGEN:


Sonntag, 05. März 2017, 18:00 Uhr, St. Thomaskirche

Eröffnungskonzert der INvokaVIT-Woche 2017

Jan Dismas Zelenka (1679–1745)
Miserere in c-Moll ZWV 57 für Soli, Chor und Orchester

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Kantate BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“ und
Kantate BWV 179 „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“

La Tirata (Ensemble pro Alte Musik)
Thomaskantorei Frankfurt am Main

Tobias Koriath, Leitung

Eintritt 20/15/10 Euro (Ermäßigung 5 Euro für Schüler, Studierende und Mitglieder des Freundeskreises „Musik an St. Thomas“)
Vorverkauf: Telefonisch über das Gemeindebüro der St.Thomasgemeinde 069-572840 oder per Mail: info@sankt-thomasgemeinde.de

Ausgehend von dem Jesuswort „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ beginnt Luther mit der Formulierung seiner 95 Thesen. In seiner Auslegung der sieben Bußpsalmen ist Luther im Jahr 1517 zu einer eigenständigen, von der bisherigen Auslegungsgeschichte kaum noch abhängigen Deutung vorgedrungen.
Der Psalm 51 (Miserere) gilt ihm als eine Mahnrede an die Christenheit, die sich in ihrer Gewissensnot dem Trost Gottes überantworten möge.

Jan Dismas Zelenka, Hoqomponist in Dresden und Zeitgenosse Bachs, hat in seinem Miserere in c-Moll den gesamten Text des 51. Psalms vertont. Dabei lässt er mit musikalischen Ideen auZorchen, die bereits an den frühen Mozart erinnern.

Luthers Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“, das die Bach-Kantate BWV 80 aufgreift, gehört zu den bekanntesten Liedern der Reformationszeit. Es wird bis heute noch am Reformationsfest gesungen. Die Kirche jedoch hat dieses Lied bewusst liturgisch dem Sonntag Invokavit zu Beginn der Fastenzeit und nicht dem Reformationstag zugeordnet. So hat dieses Lied seinen angemessenen Ort im Kirchenjahr gefunden, nachdem es besonders im 19. Jahrhundert bis in den ersten Weltkrieg als deutsch-patriotisches Kampflied missbraucht worden war. Der Inhalt passt vielmehr zu den Gottesdienstexten über die großen Themen Versuchung und Gnade. Luther verfasste sein Lied weniger als Kampf- und Trutzlied, sondern eher als Trostlied in Anlehnung an den 46. Psalm.

Johann Sebastian Bach nimmt in seiner Kantate BWV 80 die starken Motive aus Psalm 46 und aus dem lutherischen Lied auf, führt sie aber musikalisch zugleich spiritualisierend weiter. Die Bach-Kantate BWV 179 „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“ fordert die Christen mit drastischen Worten zur Umkehr und Buße. Der unbekannte Dichter der Kantate hat seinen Text eng auf die Geschichte von Zöllner und Pharisäer bezogen, hat besonders den möglichen Gegensatz von rein äußerlicher Einhaltung der Gebote und innerer Haltung thematisiert. Einige Teile der Musik dieser Kantate verwendet Bach später wieder in seinen sechs Lutherischen Messen.

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Donnerstag, 09. März 2017, 19:30 Uhr, Gemeindehaus der ev. St. Thomaskirche

Fastenbruch und Freiheit – E. Rushton: Kantate „Geist und Wurst“

Ulrike Andersen, Alt; Harry White, Alt-Saxophon; Edward Rushton, Klavier

Am Abend des ersten Fastensonntags im Jahre 1522 aß der Zürcher Buchdrucker Christoph Froschauer mit seinen Mitarbeitern und einigen Freunden in seiner Wohnung feierlich Wurst im Sinne eines bewussten, provozierenden Bruchs der geltenden Fastengebote. Vierzehn Tage später rechtfertigte Leutpriester Ulrich Zwingli dieses Wurstessen als legitime Wahrnehmung der christlichen Freiheit in seiner Predigt „Von Erkiesen und Fryheit der Spysen“. Das Zürcher Wurstessen und Zwinglis Predigt über die freie Wahl der Speisen sind wichtige Bausteine für den Anfang der Zürcher Reformation.

Zum Reformaioonsjubiläum komponierte der Brite Edward Rushton eine Kantate auf einen Text des Theologen und Krimi-Autors Ulrich Knellwolf über das Zürcher Wurstessen. In seinem für diese Kantate verfassten Text „Geist und Wurst“ beleuchtet Ulrich Knellwolf das Wurstessen aus historischer und theologischer Perspektive. Neben der neuen Kantate von Edward Rushton hören Sie in diesem Programm Psalmvertonungen aus dem frühen 17. und späten 20. Jahrhundert sowie zwei Arien von J.S. Bach, welche für die Passionszeit komponiert wurden.

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Frreitag, 10. März 2017, 19:30 Uhr, St. Thomaskirche

IMPROVISATIONSKONZERT Luthers Lieder ohne Worte

Silvia Sauer, Stimme; Günter Bozem, Percussion; Tobias Koriath, Orgel

Viele Lieder von Martin Luther scheinen für die heutige kirchliche Praxis unbrauchbar geworden zu sein. Die furchtbare Rede vom göttlichen Zorn, die beschämende Sündenbeschwörung, die komplizierten Dogmen und die Opfertheologie wollen nicht so recht in unsere Zeit passen. Glücklicherweise lebt ein Lied nicht nur von seinem Text, sondern auch von seiner Melodie. Die Klänge der Lieder stellen die Grundlage für dieses Konzert dar und ermöglichen einen anderen Zugang zu den Liedern des Reformators, der damit Menschen für „seinen“ Glauben gewinnen wollte.

„Wo die Sprache endet, beginnt die Musik“ (Hugo von Hofmannsthal). Der (heutige) Glaube lebt nicht nur von der Vernunft oder einer zeitgemäßen Theologie, sondern auch von der Kraft seiner Bilder, dem Geheimnis seiner Poesie und der Magie seiner Klänge. Gerade weil Luthers Lieder heute so unbequem und fremd daher kommen, sind sie für Musiker/innen
beste Anregungen für die Suche nach neuen Harmonien und Rhythmen.

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Sonntag, 12. März 2017, 18:00 Uhr, St. Thomaskirche

Abschlussveranstaltung der INvokaVIT-Reihe 2017

Evangelische Messe
J.S. Bach Lutherische Messe in G-Dur BWV 236

Anna Nesyba, Sopran; Johanna Krell, Alt; Dávid Szigetvári, Tenor; Johannes Wilhelmi, Bass

La Tirata (Ensemble pro Alte Musik)
Mitglieder der Thomaskantorei Frankfurt

Pfarrerin Anja Harzke, Predigt
Tobias Koriath, Orgel und musikalische Leitung

Luther hat dem Wort Freiheit im Deutschen seine Bedeutung gegeben. Religion geht es nicht um Kleidervorschriften, Heiligenbilder oder die Ehelosigkeit der Pfarrer. Wir sind frei von allen Zwängen – es geht allein um unseren „rechten Glauben“. Und der kann nicht mit Gewalt umgesetzt werden. Wenn das Wort Gottes, die Bibel, im Mittelpunkt steht, sind alles andere nur Äußerlichkeiten. Das ist Freiheit von allen Zwängen – und hochaktuell bis heute.

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Sonntag, 14. Mai 2017, 18:00 Uhr, St. Thomaskirche

Jubiläumskonzert

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) BWV 227 Motette „Jesu, meine Freude“
Johann Ludwig Bach (1677 – 1731)
Motette „Das ist meine Freude“
Johann Hermann Schein (1586 – 1630)
Motette „Dennoch bleib ich stets an Dir“

Renata Grunwald, Sopran 1; NN, Sopran 2; Johanna Krell, Alt; Alexander Keidel, Tenor; Johannes Wilhelmi, Bass

Thomaskantorei Frankfurt am Main mit Continuo-Ensemble

Tobias Koriath, Leitung

Der Klassiker der Vokalmusik: die Motette. Der Text bestimmt die Komposition. Neben Werken von Johann Hermann Schein, einem Vorgänger Bachs als Thomaskantor, und Bachs Cousin Johann Ludwig steht seine Motette „Jesu meine Freude“ im Zentrum des Konzerts. Sie war über Jahrzehnte ein Herzstück im Repertoire der Thomaskantorei. Das gleichnamige Kirchenlied von Johann Franck (Text) und Johann Crüger (Melodie) und Sätze aus dem Römerbrief formt Bach in den elf Abschnitten der Motette zu vokaler Intensität und Innigkeit. Das Programm wird abgerundet durch Instrumentalmusik der Barockzeit.

Eintritt frei

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