Neue Frankfurter Bachstunden

NEUE FRANKFURTER BACHSTUNDEN IN ST. THOMAS

Der berühmte Bach-Interpret und Organist Helmut Walcha (1907 – 1991) rief die Frankfurter Bachstunden ins Leben. Die regelmäßige Pflege der Bachschen Musik ist einer der Grundgedanken der Frankfurter Bachstunden gewesen. Im Zentrum standen die großen Orgel- und Cembalowerke sowie die kammermusikalischen Werke Bachs. Kurze Werkeinführungen sollten dem Hörer bei der Begegnung mit der Musik behilflich sein und zu einem besseren Verständnis der Werke dienen.

Die Neuen Frankfurter Bachstunden werden bereits im 10. Zyklus an St. Thomas Frankfurt veranstaltet. Die Reihe stellt die Orgel- und Kammermusik von Johann Sebastian Bach thematisch gefasst vor und nimmt seine Musik in den Dialog mit musikalischen Entwicklungen der Gegenwart. Jede Bachstunde beginnt mit einer kurzen Werkeinführung. Initiator der Reihe ist Tobias Koriath.

Der Eintritt ist frei.

St. Thomaskirche, Heddernheimer Kirchstraße 2, 069-57 28 40

> Zurückliegende Bachstunden


Donnerstag, 24. August 2017, 19:30 Uhr

Ali Modo – Variationswerke aus dem Barock

Musik von Buxtehude, Bach und Walther – Tobias Koriath, Orgel

Besonders typisch für die nord- und mitteldeutsche Orgelmusik der Barockzeit ist das große Gewicht des protestantischen, also deutschsprachigen Chorals. Die populären Choräle dienten den Komponisten als Grundlage für Bearbeitungen als Vorspiele, Fantasien oder Variationswerken.

Neben Variationswerken von Bach erklingen auch Werke von Bachs großem Vorbild Dieterich Buxtehude und die sehr beliebte Partita über „Jesu, meine Freude“ von Johann Gottfried Walther. Während Bachs Zeit am Weimarer Hof waren Bach und Walther befreundet. Mit umfassendem musikalischem Wissen verfasste Walther in Weimar das erste enzyklopädische Musiklexikon überhaupt.


Donnerstag, 07. September 2017, 19:30 Uhr

Sonatenkunst

Werke von Bach, Mendelssohn, Rheinberger und Reger  – Tobias Koriath, Orgel

Die Melodien der protestantischen Choräle inspirierten auch einen der größten Bach-Verehrer, Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit Mendelssohns „Sechs Sonaten für die Orgel“ op. 65 beginnt eine neue Epoche der Orgelmusik. Ihre Vorbildfunktion haben sie fast über ein Jahrhundert bewahrt, fortwirkend über Josef G. Rheinberger und Max Reger bis zu Paul Hindemith.

Neben Werken von Bach spielt Tobias Koriath die Sonaten Nr. 1 & 6 aus op. 65 von Felix Mendelssohn Bartholdy.


Donnerstag, 21. September 2017, 19:30 Uhr

„… auf dem Weg ins Rokoko“

Musik u. a. von Bach und Telemann  – Kerstin Fahr, Blockflöte; Carmenio Ferrulli, ­Orgel

Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann waren gut befreundet. Wie eng ihre Beziehung war, belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass der zu dieser Zeit bereits in Frankfurt wirkende Telemann 1714 bei der Taufe von Bachs Sohn Carl Philipp ­Emanuel Pate stand.

Telemann war neben Bach einer der angesehensten Komponisten der Barockzeit, der ein umfangreiches Werk in allen zu seiner Zeit üblichen Gattungen hinterließ. Sein Stil orientierte sich am barocken Kontrapunkt, prägte aber zugleich eine galante vorklassische Schreibart: der musikalische Weg vom Barock ins Rokoko.


Donnerstag, 05. Oktober 2017, 19:30 Uhr

Klagen auf hohem Niveau

Werke von Bach, Monteverdi, Frescobaldi und Liszt – Ensemble Ciocca  Ba r o c c a ; Renata Grunwald, ­Sopran; Yoshi Takayanagi Chitarrone, Barock­gitarre; Christoph Seehase ­Arciliuto, Barock­gitarre; Tobias Koriath, Orgel

Im Programm „Lamenti Barocchi – Klagen auf hohem Niveau“ wird das im Frühbarock beliebte und in verschiedensten Zusammenhängen ausgearbeitete Motiv des Lamento – der Klage – vielseitig präsentiert. Das berühmte „Lamento d’Arianna“ von Monte­verdi darf natürlich nicht fehlen – aber auch viele unbekanntere Klagelieder werden angestimmt. Gründe zum Klagen gibt es ­viele – wir zeigen sie alle: von der unglücklichen Liebe über die reli­giös motivierte Trauer bis zum Verlust der kindlichen Unschuld in der Pubertät …

Klagen können uns berühren, unser Mitgefühl wecken, aber manchmal – aus gebührender Distanz – auch vergnügen! Und die musikalische Qualität der Kompositionen von Monteverdi, Frescobaldi, Strozzi, Rossi u. a. ist allemal Grund für gute Laune.

Auf der Thomasorgel spielt Tobias Koriath außerdem von Franz Liszt die Variationen über den Lamento-Bass aus der Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ von Johann Sebastian Bach. Liszt hat in diesen Variationen den Schmerz über den Verlust seiner Tochter in Klang verwandelt – und damit gleichzeitig eine große Hommage an Johann Sebastian Bach geschrieben.


Donnerstag, 02. November 2017, 19:30 Uhr

Praeludien & Fugen

von J. S. Bach und D. Schostakowitsch – Cornelia Neuwirth, ­Klavier

Achtung: im Gemeindehaus der St. Thomasgemeinde!

„Bach ist Anfang und Ende“, heißt es. Er ist das A und O für die meisten Komponisten. Auch für Dmitri Schostakowitsch, der – wie Bach – 24 Präludien und Fugen geschrieben hat und sich damit ganz eindeutig auf den berühmten Thomaskantor bezieht.

Die Frankfurter Musikpädagogin und Konzertpianistin Cornelia Neuwirth wird eine Auswahl aus Bachs „Wohltemperierten ­Klavier“ und Schostakowitschs 24 Praeludien und Fugen interpretieren.


Donnerstag, 16. November 2017, 19:30 Uhr

Persönliches Requiem

Musik von J.S. Bach und D. Schostakowitsch: 8. Streichquartett – Stimmführer der Kammerphilharmonie Frankfurt

Als „Vorkonzert“ zum großen Konzert der Thomaskantorei am Ewigkeitssonntag 2017 spielen die Stimmführer der Kammerphilharmonie Frankfurt das Streichquartett Nr. 8 von D. Schostakowitsch. Es gehört zu den meist gespielten Streichquartetten überhaupt.

Dass es sich beim 8. Streichquartett um ein höchst persönliches Vermächtnis handelt, macht Schostakowitsch deutlich, indem er aus eigenen Werken zitiert und neben dem berühmten B-A-C-H-Motiv auch immer wieder als Motiv die Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens, D-Es-C-H., verarbeitet.

Der Leiter des Moskauer Kammerorchesters Rudolf Barschai schuf mit Genehmigung des Komponisten die Kammersinfonie op. 110a. Sie ist eine Bearbeitung des 8. Streichquartettes und wird im Konzert der Thomaskantorei am Ewigkeitssonntag 2017 vor dem Brahms-Requiem erklingen.


Donnerstag, 30. November 2017, 19:30 Uhr

konservativ – revolutionär

Musik von Bach und Brahms – Tobias Koriath, Orgel

Brahms hat nur wenige Orgelwerke komponiert, jedoch sind darunter sehr wertvolle und interessante Stücke zu finden.

„Ars moriendi, wie sie seit Bach nicht wieder geschrieben wurde“ schreibt Brahms im Zusammenhang mit der Komposition seiner Choralvorspiele an seinen Biographen Kalbeck. Am Ende seines Lebens, tief getroffen vom Tod Clara Schumanns und schon gezeichnet von der eigenen schweren Krankheit, wendet er sich hier nach vielen Jahren wieder der Orgel zu, ein großes letztes Zeugnis der Auseinandersetzung mit religiösen Themen und eine Hommage an Johann Sebastian Bach.


Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19:30 Uhr

„… das Herz in Bewegung setzen.“

Musik von J.S. Bach, Telemann, Pepusch, Marais u. a. – Ensemble La Tirata; Daja Leevke Hinrichs, ­Traversflöte; Renate Mundi, Viola da Gamba;
Yoshio Takayanagi, Lauten