Neue Frankfurter Bachstunden

NEUE FRANKFURTER BACHSTUNDEN IN ST. THOMAS

Der berühmte Bach-Interpret und Organist Helmut Walcha (1907 – 1991) rief die Frankfurter Bachstunden ins Leben. Die regelmäßige Pflege der Bachschen Musik ist einer der Grundgedanken der Frankfurter Bachstunden gewesen. Im Zentrum standen die großen Orgel- und Cembalowerke sowie die kammermusikalischen Werke Bachs. Kurze Werkeinführungen sollten dem Hörer bei der Begegnung mit der Musik behilflich sein und zu einem besseren Verständnis der Werke dienen.

Die Neuen Frankfurter Bachstunden werden bereits im 9. Zyklus an St. Thomas Frankfurt veranstaltet. Die Reihe stellt die Orgel- und Kammermusik von Johann Sebastian Bach thematisch gefasst vor und nimmt seine Musik in den Dialog mit musikalischen Entwicklungen der Gegenwart. Jede Bachstunde beginnt mit einer kurzen Werkeinführung. Initiator der Reihe ist Tobias Koriath.

Der Eintritt ist frei.

St. Thomaskirche, Heddernheimer Kirchstraße 2, 069-57 28 40

> Zurückliegende Bachstunden


Donnerstag, 23. Februar 2017, 19:30 Uhr

Fantastereien – quer durch die Jahrhunderte

Werke von Buxtehude, Bach, Liszt u. a.

Tobias Koriath, Orgel

Die „Fantasie“ ist ein Stück, das keine feste Form aufweist, anders als z.B. die klassische Sonate. Durch die Jahrhunderte begegnen wir dieser freien Form besonders in der Musik für Tasteninstrumente. Vor allem die „Choralfantasie“ ist bei Komponisten des Barock beliebt. Johann Sebastian Bach ist sicherlich der bekannteste Vertreter dieser Form aus der Barockzeit.


Donnerstag, 9. März 2017, 19:30 Uhr

Fastenbruch und Freiheit – E. Rushton: Kantate „Geist und Wurst“

Pslamen und eine Kantate zum Reformationsjubiläum auf einen Text von Ulrich Knellwolf

Am Abend des ersten Fastensonntags im Jahre 1522 aß der Zürcher Buchdrucker Christoph Froschauer mit seinen Mitarbeitern und einigen Freunden in seiner Wohnung feierlich Wurst im Sinne eines bewussten, provozierenden Bruchs der geltenden Fastengebote. ierzehn Tage später rechtfertigte Leutpriester Ulrich Zwingli dieses Wurstessen als legitime Wahrnehmung der christlichen Freiheit in seiner Predigt „Von Erkiesen und Fryheit der Spysen“. Das Zürcher Wurstessen und Zwinglis Predigt über die freie Wahl der Speisen sind wichtige Bausteine für den Anfang der Zürcher Reformation.

Zum Reformationsjubiläum komponierte der Brite Edward Rushton eine Kantate auf einen Text des Theologen und Krimi-Autors Ulrich Knellwolf über das Zürcher Wurstessen. In seinem für diese Kantate verfassten Text „Geist und Wurst“ beleuchtet Ulrich Knellwolf das Wurstessen aus historischer und theologischer Perspektive.

Neben der neuen Kantate von Edward Rushton sind in diesem Programm Psalmvertonungen aus dem frühen 17. und späten 20. Jahrhundert sowie zwei Arien von J.S. Bach, welche für die Passionszeit komponiert wurden, zu hören.

Ulrike Andersen, Alt
Harry White, Altsaxophon
Edward Rushton, Klavier


Donnerstag, 23. März 2017, 19:30 Uhr

BACH ON HARP

Meditative Harfenklänge zum Träumen und Genießen

Aus dem Gesamtwerk Bachs hat die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand Stücke eigens für ihr Instrument, die Harfe, arrangiert. Mit eingängigen Stücken wie Jesu bleibet meine Freude, Herzlich tut mir verlangen oder seinen bekannten Lautensuiten entsteht in weiten Klängen und ruhigen Rhythmen eine ganz eigene friedvolle Welt.

Anne-Sophie Bertrand wurde in Paris geboren und begann im Alter von sechs Jahren das Harfenspiel. Sie studierte an der Royal Academy of Music in London und am Königlichen Konservatorium in Brüssel. Heute ist sie Solo-Harfenistin des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt.

Anne-Sophie Bertrand, Harfe


Donnerstag, 6. April 2017, 19:30 Uhr

PASSION

Orgelmusik von Johann Sebastian Bach

Im Zentrum des Programms stehen die sieben Passionschoräle aus dem „Orgelbüchlein“. Bach komponierte diese Sammlung in seiner Weimarer Zeit. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern bedient er sich nicht mehr einfach nur barocker Floskeln, sondern findet für jeden Choral jeweils dem Text entsprechend eine charakteristische Tonfolge, die die Textaussage zum Ausdruck bringt und unterstreicht.

Tobias Koriath, Orgel


Eine besondere Bachstunde für die Zukunft der Thomasorgel

Donnerstag, 1. Juni 2017, 19:30 Uhr

Kazuki Tomita spielt Bach und Pepping – Der Bachpreisträger 2016 zu Gast in St.Thomas

Am 1. Juni 2017 begrüßen wir in der Neuen Frankfurter Bachstunde Kazuki Tomita (*1989), der im vergangenen Jahr den 1. Preis sowie den Publikumspreis im Orgelspiel beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig gewonnen hat. Der Wettbewerb ist einer der renommiertesten weltweit und wird alle vier Jahre für junge Interpreten in verschiedenen Kategorien ausgetragen. Kazuki Tomita wird in St.Thomas Orgelwerke von Johann Sebastian Bach und Ernst Pepping spielen.

Ernst Pepping (1901–1981) gilt als einer der wichtigsten protestantischen Kirchenmusiker im 20. Jahrhundert. Allerdings gelangt seine Orgel- und Chormusik heutzutage seltener zur Aufführung. Die Thomasorgel kommt aufgrund ihrer Klanggestaltung den Orgelwerken von Pepping und anderen sogenannten „neo-barocken“ Komponisten sehr entgegen. Sie entspricht derzeit klanglich dem Zeitgeschmack um 1950. In den kommenden Jahren soll die Thomasorgel neu gestaltet (reorganisiert) werden. Die demnächst sowieso fällige Generalreinigung ist eine große Chance, das Instrument zugleich weiter zu entwickeln und den heutigen und zukünftigen musikalischen Bedürfnissen anzupassen.

Im Rahmen dieser Bachstunde, die mit der Auswahl der Komponisten Bach und Pepping die Möglichkeiten der heutigen Thomasorgel ausnutzt, soll zugleich die Vision für die künftige Gestaltung der neuen Thomasorgel der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auch hier ist der Eintritt frei; um eine Spende zum Start der Fundraising-Aktion „Neue Thomasorgel“ wird gebeten