Neue Frankfurter Bachstunden

NEUE FRANKFURTER BACHSTUNDEN IN ST. THOMAS

Der berühmte Bach-Interpret und Organist Helmut Walcha (1907 – 1991) rief die Frankfurter Bachstunden ins Leben. Die regelmäßige Pflege der Bachschen Musik ist einer der Grundgedanken der Frankfurter Bachstunden gewesen. Im Zentrum standen die großen Orgel- und Cembalowerke sowie die kammermusikalischen Werke Bachs. Kurze Werkeinführungen sollten dem Hörer bei der Begegnung mit der Musik behilflich sein und zu einem besseren Verständnis der Werke dienen.

Die Neuen Frankfurter Bachstunden werden bereits im 7. Zyklus an St. Thomas Frankfurt veranstaltet. Die Reihe stellt die Orgel- und Kammermusik von Johann Sebastian Bach thematisch gefasst vor und nimmt seine Musik in den Dialog mit musikalischen Entwicklungen der Gegenwart. Jede Bachstunde beginnt mit einer kurzen Werkeinführung. Initiator der Reihe ist Tobias Koriath.

Der Eintritt ist frei.

St. Thomaskirche, Heddernheimer Kirchstraße 2, 069-57 28 40

> Zurückliegende Bachstunden


Mit diesem Konzert beginnt der nächste Zyklus der thematischen Reihe „Neue Frankfurter Bachstunde“.

Donnerstag, 25. August 2016, 19:30 Uhr 

Cornelia Scholz, Violine und Brigitte Hertel, Cembalo

Befreundete Komponisten

Ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann für Violine und Cembalo

Bach und Telemann waren befreundet und schätzen einander, Bach führte Telemanns Werke in seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig mehrfach auf.
Das Programm kombiniert also „in aller Freundschaft“ zwei ­Violinsonaten Bachs, die Sonate e-Moll BWV 1023 und die große Sonate G-Dur BWV 1019 mit der „Methodischen Sonate“ in e-Moll von Georg Philipp Telemann. Telemann genoss zu ­Lebzeiten europaweit große Beliebtheit, da er es schaffte, mit ­seinen Kompositionen den Stilwandel vom Barock hin zum empfind­samen und galanten Stil der frühen Klassik, der um 1720 eintrat, maßgeblich zu beeinflussen. Und Telemanns Patensohn Carl Philipp Emanuel Bach schrieb über die Violinsonaten seines ­Vaters, dass auch sie noch „modern“ seien („Sie klingen noch jetzt sehr gut, und machen mir viel Vergnügen, ohngeacht sie über 50 Jahre alt sind sind.“). Mit der Frühfassung der Toccata D-Dur für Cembalo BWV 912a wird jedoch deutlich, dass ­Johann Sebastian Bach sich meisterhaft in der Tradition des nord­deutschen Toccatenstils bewegt, Telemann dagegen in seinen Fantasien für Cembalo reizvolle Galanterien hinterließ.


Donnerstag, 8. September 2016, 19:30 Uhr 

Tobias Koriath, Orgel

Sonatenkunst –

von J.S. Bach, C.Ph.E. Bach und A.G. Ritter

Die Sonate ist bis in die Gegenwart eine vielgestaltige, instrumentale Gattung.
Zu hören sind hier unter anderem die Triosonate in e-Moll von Johann Sebastian Bach, eine sehr gewagte und stilistisch schwer einzuordnende Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach sowie die Sonate Nr. 2 in e-Moll des Liszt-Zeitgenossen August Gottfried Ritter.


Donnerstag, 22.  September 2016, 19:30 Uhr 

Sabine Ambos, Blockflöten

Johann Sebastian Bach trifft Violeta Dinescu

Eine imaginäre Begegnung zwischen Johann Sebastian Bach und der 1953 geborenen Komponistin Violeta Dinescu kann man in dieser Bachstunde erleben.
Im Zentrum steht die  Bach‘sche Partita a-moll für Flöte. Ihr gegenübergestellt wird Musik der aus Bukarest stammenden und heute in Oldenburg als Professorin lehrenden Violeta Dinescu: Stücke aus ihren 2011 komponierten „Märchen“ in einer Version für Blockflöte solo und die „7 Rosen“ für Flöte oder Instrumentalstimme aus dem Jahr 2012.
Als Instrumente der Blockflötenfamilie sind in dem Solorecital neben Sopran- und Altblockflöte auch Tenor- und Bassblockflöte sowie der Nachbau einer historischen Voiceflute zu hören, ein Format zwischen Alt- und Tenorflöte.


Donnerstag, 6. Oktober 2016, 19:30 Uhr 

Tobias Koriath, Orgel

BACH: INCERTA

Orgelwerke zweifelhafter Echtheit

Viele Orgelwerke, die Johann Sebastian Bach gern zugeschrieben werden, lassen sich aufgrund der mangelhaften Quellenlage nicht ohne weiteres ihm als Komponisten zuordnen. Manche Zuschreibung könnte auch bewusst erfolgt sein, um den Wert der Komposition zu steigern. Und manches ist zwar von zweifelhafter Echtheit, aber keineswegs von zweifelhafter Qualität. Eine kleine Auswahl aus diesem „Randbereich“ Bach’scher Musik ist hier zu hören.


Donnerstag, 3. November 2016, 19:30 Uhr 

Martin  Wistinghausen, Bass; Tobias Koriath, Orgel

De Profundis – Aus der Tiefe

Werke von Johann Sebastian Bach, Giacinto Scelsi, Martin Wistinghausen u.a.

Die Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts haben die tiefste Gesangstimme vielleicht etwas „stiefmütterlicher“ behandelt als die höheren Tonlagen. Dennoch existieren reizvolle Werke für Bassstimme solo. Für die Bachstunde, die der Düsseldorfer Komponist und Sänger Martin Wistinghausen gemeinsam mit Tobias Koriath an der Orgel gestaltet, hat er einige dieser Stücke ausgewählt, die mit Werken des 17. und 18. Jahrhunderts in einen spannungsvollen Dialog treten.
Im Mittelpunkt der Bachstunde steht der 130. Psalm „De Profundis – Aus der Tiefe rufe ich zu dir“: Zu Beginn und am Ende des Abends in gregorianischer einstimmiger Gestalt, in den Orgelwerken aus der Barockzeit in Form einer kompositorischen Auseinandersetzung mit dem Choral. Gabriel Mălăncioiu (*1979) hat den lateinischen Text neu vertont, Martin Wistinghausens eigene Komposition bezieht sich auf den wortgewaltigen „De Profundis“-Text des expressionistischen Dichters Georg Trakl.
Der Düsseldorfer Komponist und Sänger Martin Wistinghausen konzertiert regelmäßig mit namenhaften Ensembles und erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge. Seine Werke waren bei Festivals und im Rundfunk zu hören und wurden von renommierten Ensembles wie dem „Österreichischen Ensemble für Neue Musik“, den „Neuen Vocalsolisten“, dem „Gémeaux Quartett“ und dem „Ensemble Auditivvokal Dresden“ interpretiert.


Donnerstag, 17. November 2016, 19:30 Uhr 

Prof. Radoslaw Szarek, ­Percussion

Bach, Marimba und mehr!

J.S.Bach, Anna Ignatowicz, D. Scarlatti, Hans Kraus-Hübner

Eine sehr ungewöhnliche, aber auch sehr spannende Kombination:
Die Werke von Johann Sebastian Bach haben ihren festen Platz in der Marimba-Literatur gefunden. Sie stellen eine Herausforderung für jeden Spieler dar, der auf neue Art und Weise die Musik interpretieren muss, aber trotzdem dem Geist der Barockmusik treu bleiben will. Das Programm dieser Bachstunde reicht von der Barockzeit bis zur zeitgenössischen Musik.
Radoslaw Szarek (*1983) ist ein Musiker, der durch ungebremste Spiellaune und Virtuosität sein Publikum begeistert. Darin steckt hohes Ansteckungspotential, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Während seines Schlagzeugstudiums war der polnische Musiker Preisträger internationaler Wettbewerbe, z.B. des „Drums Open Competition“ in Fermo/Italien, des Mozartwettbewerbs in Nürnberg, des Krzysztof Penderecki Wettbewerbs für zeitgenössische Musik in Krakau, und vielen anderen. Seit 2013 ist er Professor an der Musikhochschule Nürnberg.


Donnerstag, 1. Dezember 2016, 19:30 Uhr 

Tobias Koriath, Orgel

Pastoralmusik für Orgel

Pastoralmusik (Hirtenmusik) aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Eine recht häufige Gattung in der Barockzeit ist die Pastorale. Sie hat ihren Ursprung im weihnachtlichen Brauch italienischer Hirten, die zur Weihnachtszeit in Rom vor Madonnenbildern musizierten.
Bachs weihnachtliche Hirtenmusik (Pastorella BWV 590) für Orgel, orientiert sich stilistisch an den Vorbildern aus Italien. Und auch in der Zeit nach dem Barock finden sich viele Kompositionen im pastoralen Stil, von denen Kantor Tobias Koriath einige vorstellen wird.