Neue Frankfurter Bachstunden

NEUE FRANKFURTER BACHSTUNDEN IN ST. THOMAS

Die Neuen Frankfurter Bachstunden finden seit 2018 im ­monatlichen Rhythmus statt. An jedem 19. eines Monats um 19:30 Uhr präsentiert die Konzertreihe in der St.Thomaskirche Musik von Johann Sebastian Bach in vielfältigen unterschiedlichen Besetzungen sowie spannende Kompositionen unterschiedlicher Epochen, die in Bezug oder auch im ­Kontrast zu den Werken des Barockmeisters stehen.

Die Reihe stellt die Orgel- und Kammermusik von Johann ­Sebastian Bach thematisch gefasst vor und nimmt seine ­Musik in den Dialog mit musikalischen Entwicklungen der Gegenwart. Jede Bachstunde beginnt mit einer kurzen Werk­einführung. Initiator der Reihe ist Kantor ­Tobias Koriath.

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Dienstag, 19. März 2019, 19:30 Uhr

FIGURAS

Improvisationen über musikalisch-rhetorische Figuren der Barockzeit

„Die Theile und Vortheile, welche die Ausarbeitung eines musikalischen Stücks mit der Rednerkunst gemein hat, kennet Bach so vollkommen,…seine Einsicht in die Dichtkunst ist so gut, als man sie nur von einem großen Componisten verlangen kann.“

So beschreibt Johann Birnbaum, Rhetorikdozent, J. S. Bach in einer seiner Schriften von 1739. Seit Beginn des Humanismus wurde die Lehre von der Rhetorik an nahezu allen Schulen unterrichtet und war somit ein fester Bestandteil der Allgemeinbildung.

Die Musik des Barock und somit natürlich J. S. Bachs war unabdingbar mit der rhetorischen Figurenlehre verbunden; sie zu verstehen gehörte damals zur Allgemeinbildung. Die musikalisch-rhetorische Figurenlehre entstand aus dem Bedürfnis heraus, bestehende musikalische Phänomene und Affekte zu beschreiben.

Es gibt über 150 musikalische Figuren: eine ideale Improvisationsgrundlage.

Mit den Figuren verbinden sich unterschiedliche Ausdruckmethoden. Als Beispiel sei benannt: CATABASIS, „Abstieg“: Ein deutlich sich abhebender Abwärtsgang einer Stimme zur bildhaften Darstellung von „Hinabfahren”, „Hölle”, „Erniedrigung”, „Knechtschaft”.

Silvia Sauer (Stimme), Günter Bozem (Percussion) und Tobias Koriath (Orgel) werden musikalisch-rhetorische Figuren aus Werken von J.S. Bach „filtern“ und in neue Musikstücke umsetzen.

Eintritt frei, Spenden erbeten


Freitag, 19. April 2019, 19:30 Uhr

VIA CRUCIS

Bach und Pergolesi

Neben Orgelwerken von Johann Sebastian Bach zur Passionszeit erklingt eine der bekanntesten Vertonungen des mittelalterlichen Gedichte: STABAT MATER des italienischen Barock-Komponisten Giovanni Battista Pergolesi in einer Fassung für Solostimmen und große Orgel.

Bach war ein großer Freund der italienischen Musik, dies belegen seine zahlreichen Bearbeitungen von Werken italienischer Meister, unter anderem auch seine Bearbeitung des Stabat Mater von Pergolesi zur Kantate „Tilge, Höchster, meine Sünden“.

Katharina Sahmland, Sopran
Gabriela Tasnadi, Mezzosopran
Hermann Wilhelmi, Orgel

Eintritt frei, Spenden erbeten


Sonntag, 19. Mai 2019. 19:30 Uhr

Zwischen Ostern und Pfingsten

Solokantaten von Bach und Telemann
Chormusik von J. S. Bach, K. Nystedt, P. Vasks u.a.

Die NEUE FRANKFURTER BACHSTUNDE am 19. Mai fällt auf den Sonntag Kantate („Singet!“) 2019.

Der Preisträger des Internationalen Leipziger Johann-Sebastian-Bach Wettbewerbs Jens Hamann (Bariton) singt, begleitet von Instrumentalisten des Barock-Ensembles La Tirata Johann Sebastian Bachs Bass-Solokantate BWV 158 „Der Friede sei mit euch“ zum 3. Osterfeiertag und Georg Philipp Telemanns Kantate „Zischet nur, stechet, ihr feurigen Zungen“ zum Pfingstfest.

Als „Kontrapunkt“ musiziert die Thomaskantorei zwei Werke nordischer Komponisten: das PATER NOSTER von P. Vasks und die Motette „Peace I leave with you“ von K. Nystedt.

Beide Werke sind tonal, farbig und ausdrucksstark, aber emotional sehr anrührend, und streckenweise von einer meditativen Ruhe getragen.

Das Programm schließt mit der schwungvollen Bach-Motette „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“.

Jens Hamann, Bariton
La Tirata (Ensemble pro Alte Musik)
Thomaskantorei Frankfurt am Main
Tobias Koriath, Leitung

Eintritt frei, Spenden erbeten